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Servicebereich ForschungFreiheit der Wissenschaft - Fördermöglichkeiten für bedrohte und verfolgte Wissenschaftler/innen

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Freiheit der Wissenschaft - Fördermöglichkeiten für bedrohte und verfolgte Wissenschaftler/innen

In einer wachsenden Zahl von Ländern sind Forscher/innen derzeit in ihrer Wissenschafts­freiheit eingeschränkt oder sehen sich aufgrund ihrer wissenschaftlichen Tätigkeiten Repres­salien und Verfolgungen ausgesetzt. Zugleich sind sie ebenso wie die restliche Be­völke­rung der jeweiligen Herkunftsländer von Fluchtursachen wie Bürgerkrieg und politischer, ethni­scher, religiö­ser oder sonstiger weltanschaulicher Unterdrückung betroffen. Seit einiger Zeit reagieren die großen Förderorganisationen und Drittmittelgeber auf diese Situation und bie­ten teils spezielle Förderprogramme an, um geflüchtete oder bedrohte Wissen­schaftler/innen zu unterstützen wie jüngst die Einstein Stiftung Berlin mit dem Pro­gramm „Wissenschafts­freiheit“.

Der Servicebereich Forschung möchte mit dieser Information den Angehörigen der TU Berlin einen Über­blick über die Fördermöglichkeiten bieten, die es erlauben, hervorragend qualifi­zierte Wis­senschaftler/innen, die von Verfolgung bedroht sind und ihre Heimatländer verlas­sen muss­ten oder müssen, in Forschungsprojekte einzubinden oder mit andersartigen Fi­nanzierungen an der TU Berlin aufzunehmen.

Einstein Stiftung

Programm „Einstein-Gastprofessuren und Einstein Junior Scholarships zur Förderung der Wissenschaftsfreiheit“
Mit den zwei zeitlich begrenzten Sonderprogrammen „Einstein-Gastprofessuren“ und „Einstein Junior Scholarships“ bietet die Einstein Stiftung weltweit bedrohten oder in ihrer Arbeit eingeschränkten Wissenschaftler/innen die Möglichkeit, für bis zu zwei Jahre in Berlin wissenschaftlich tätig zu sein. Die Programme richten sich vor allem auf die Förderung von Spitzenwissenschaft­ler/innen aus Krisengebieten, daneben aber auch an Forscher/innen, die aus Regio­nen der Welt kommen, in denen es sowohl zu subtilen wie zu konkreten Ein­schränkungen der Forschung kommt, und die eine Möglichkeit zur Rück­kehr, zur Einwande­rung oder zur Kooperation in Ländern suchen, die nicht von derartigen Einschränkungen bedroht sind. Zu­gleich soll das Profil Berlins als tolerante, weltoffene Stadt gestärkt werden, die For­scher/innen eine freie Entfaltung ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ermöglicht. Antragsberechtigt sind die Berliner Universitäten, eine Antragsstellung ist jederzeit möglich.
An der TU Berlin reichen Sie Anträge bitte über den Servicebereich Forschung (VC1) ein.
Nähere Informationen zum Programm „Wissenschaftsfreiheit“ unter:
www.einsteinfoundation.de/de/programme/wissenschaftsfreiheit/

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Zusatzanträge für Flüchtlinge und gefährdete Forscher/innen
Die DFG will aus ihren Heimatländern geflohenen Wis­senschaftler/innen die Mitarbeit in Forschungsprojekten erleichtern. Zu diesem Zweck können Projektleitungen und auch die Hochschulen in allen Förderverfahren der Allgemeinen Forschungsförderung Zusatz­anträge stellen, um qualifizierte Flüchtlinge in bereits geförderte DFG-Projekte einzubinden. Diese Anträge können dadurch begründet werden, dass für den weiteren Verlauf eines Pro­jektes nun Personen zur Verfügung stehen, von deren Mitarbeit zusätzliche Impulse für die wis­senschaftliche Arbeit im Projekt ausgehen. Die Zusatzanträge können auf alle Mittel gerichtet sein, die eine Einbindung der Flüchtlinge in das Projekt ermöglichen. Hierzu zählen insbesondere Gästemittel und Personal­stellen, vor allem aber auch das Mercator-Modul, das für Sachbeihilfen, Emmy Noether-Pro­gramme, Forschergruppen, Schwerpunktprogramme, Gradu­iertenkollegs und Sonderfor­schungs­bereiche beantragt werden kann. Mit dem Mercator-Modul können zum einen Auf­enthalts- und Reise­kosten übernommen und zum anderen eine Vergütung gewährt werden. Gefördert werden Personen, die einen aufenthaltsrechtlichen Status im Kontext eines Asyl­verfahrens besitzen, aus dem eine anerkannte Gefährdung hervorgeht. Die Anträge können jederzeit formlos gestellt werden und sollten den Umfang von fünf Seiten (ohne CV und Lite­raturverzeichnis) nicht überschreiten. Die Antragstellenden sollten jedoch darauf achten, dass der Antrag aussagekräftig genug ist, um eine zügige Begutachtung nach den bekann­ten DFG-Qualitätskriterien zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang müssen die Anträge auch den Mehrwert der einzubindenden Personen für das Projekt begründen.
Weitere Informationen zu den Maßnahmen für Geflüchtete und zur DFG-Förderung unter:
www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2017/info_wissenschaft_17_17/index.html
www.dfg.de/foerderung/programme/index.html

Alexander von Humboldt-Stiftung

Philipp Schwartz-Initiative
Mit der Philipp Schwartz-Initiative erhalten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland die Möglichkeit, gefährdete Forschende im Rahmen eines Vollstipendiums für 24 Monate aufzunehmen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer Verlängerung im Rahmen eines Kofinanzierungs-Modells. Finanziert wird diese Initiative durch das Auswärtige Amt, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die  Andrew W. Mellon Foundation, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, den Stifterverband sowie die Stiftung Mercator. Antragsberechtigt sind Forschungseinrichtungen in Deutschland, u.a. die staatlichen Hoch­schulen. Erfolgreiche Antragsteller werden in die Lage versetzt, einer gefährdeten Forscherin oder einem solchen Forscher ein Philipp Schwartz-Stipendium zu verleihen. Die Antragsfrist für die 4. Runde der Philipp Schwartz-Initiative ist abgelaufen. Eine Antragstellung ist gegenwärtig nicht möglich. Über neue Antragsfristen werden wir Sie an dieser Stelle informieren.
Für Antrag­stellung und Information wenden Sie sich bitte an Herrn Baris Ünal (Referat I E, Tel. 25654), den Flüchtlings­beauftragten der TU Berlin.
Weitere Informationen zur Philipp-Schwartz-Initiative unter:
www.humboldt-foundation.de/web/philipp-schwartz-initiative.html

VolkswagenStiftung

Förderprogramm für geflohene Wissenschaftler/innen
Die VolkswagenStiftung möchte Wissenschaftler/innen, die aus ihren Heimatländern nach Deutschland fliehen mussten, bei der Integration in das hiesige Wissenschaftssystem und unsere Gesellschaft unterstützen und ihnen helfen, ihre wissenschaftliche Karriere in Deutschland fortzuführen:
  • Im Rahmen eines Stipendienprogramms können derzeit oder in den vergangenen zehn Jahren von der Stiftung Geförderte für bis zu zwei Jahre eine/n Gastwissenschaftler/in in ih­ren Forschungskontext einbinden und an ihrem Institut unterstützen.
  • Derzeit von der Stiftung Geförderte haben alternativ die Möglichkeit – in Ergänzung zu ihrem jeweiligen Forschungsvorhaben – Zusatzmittel für bis zu drei Jahre zu beantra­gen, um geflo­hene Wissenschaftler/innen in ihr bestehendes Projekt zu integrieren.
 

Institute of International Education

Scholar Rescue Fund
Einer der international größten Stipendiengeber für gefährdete Forschende ist der Scholar Rescue Fund (SRF) des Institute of International Education (IIE). Die Stipendien des IIE-SRF richten sich an Profes­sor/innen, Forscher/innen und öffentlich sichtbare Intellektuelle, deren Leben oder deren Karrieren im jeweiligen Heimatland bedroht sind. Die einjährigen Teilsti­pendien werden für Aufenthalte an Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit ver­geben, an denen eine sichere Arbeit möglich ist. Eine Verlängerung um ein Jahr ist möglich. Der SRF ist For­schenden und Forschungseinrichtungen außerdem auch bei der gegenseiti­gen Kontaktaufnahme behilflich.
Weitere Informationen zum IIE und zum SRF unter:
www.iie.org
www.scholarrescuefund.org/scholars

Weitere Fördermöglichkeiten

Weitere Fördermöglichkeiten

Neben den Programmen der genannten Mittelgeber können auch solche zur Förderung ge­flüchteter Wissenschaftler/innen nutzbar gemacht werden, die nicht extra zu diesem Zweck aufgelegt wurden, die aber passende Förderinstrumente bieten, insbesondere die Pro­gramme des DAAD. In solchen Fällen erfolgt die Bewerbung auf eine Förderung unter den regulä­ren Konditionen des jeweiligen Mittelgebers und in Konkurrenz mit allen anderen Antragstel­ler/innen, mit oder ohne Flucht- bzw. Bedrohungshintergrund. Das verdeutlicht noch einmal mehr, was auch für die speziell für geflüchtete Wissenschaftler/innen konzi­pierten Pro­gramme gilt: Gefördert werden hier wie dort nur exzellente Forscher/innen.
Informationen zu weiteren Förderangeboten für Geflüchtete sowie zu den Programmen des DAAD für Aufenthalte in Deutschland finden Sie unter:
www.humboldt-foundation.de/web/foerdermoeglichkeiten-andere.html
www.daad.de/deutschland/promotion/de/

Über den Tellerrand:

Akademie im Exil (Essen, Berlin)
Das Institut für Turkistik der Universität Duisburg-Essen, das Kulturwissenschaftliche Institut in Essen und das Forum Transregionale Studien Berlin haben gemeinsam die „Akademie im Exil“ gegründet. Die Initiative wird von der VolkswagenStiftung gefördert und zunächst an zwei Standorten, in Berlin und Essen, aufgebaut. Dadurch soll die Möglichkeit geschaffen werden, ein wissenschaftliches Programm kritischer Türkeistudien mitzugestalten und ein Forum zur Reflexion über Wissenschaftsfreiheit und Exilwissenschaft zu etablieren. Pro Jahr werden außerdem bis zu zehn Stipendien für gefährdete und im Exil lebende Forschende vergeben.
Weitere Informationen zur „Akademie im Exil“ und zum Berliner Standort am „Forum Transre­gionale Studien“ finden Sie unter:
www.volkswagenstiftung.de/aktuelles-presse/aktuelles/f%C3%B6rderung-von-forschern-im-exil-neue-akademie-sichert-wissenschaftliches-potenzial
www.forum-transregionale-studien.de/ausschreibungen.html

 

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